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Rätoromanische Diaspora Rätoromanisch sprechen in einem schweizerdeutschen Umfeld?

Die Rätoromaninnen und Rätoromanen, die in Graubünden leben, können ihre Muttersprache häufig in einem mehr oder weniger rätoromanischen Umfeld brauchen und der nächsten Generation weitergeben. Schwieriger gestaltet sich die Pflege des Rätoromanischs ausserhalb des Kerngebiets, in der Diaspora.

Die Rätoromaninnen und Rätoromanen, die in Graubünden leben, können ihre Muttersprache häufig in einem mehr oder weniger rätoromanischen Umfeld brauchen und der nächsten Generation weitergeben. Schwieriger gestaltet sich die Pflege des Rätoromanischs ausserhalb des Kerngebiets, in der Diaspora. Also im Unterland. Überall in der Schweiz leben Familien und Menschen, die täglich Rätoromanisch sprechen und die Sprache auch ihren Kindern weitergeben. So geschieht dies beispielsweise in Winterthur, wie der Besuch von drei Familien zeigt, die sich im Verein «Allegra Winti» engagieren, um miteinander die 4. Landessprache der Schweiz zu pflegen und zu sprechen.

Rätoromanische Gemeinschaften in der Schweiz

Rätoromanische Gemeinschaften haben sich auch in anderen Städten und Regionen der Schweiz gebildet. Projekte mit dem Ziel die Sprache zu erhalten, werden teilweise auch finanziell unterstützt. Das Bundesamt für Kultur hat nämlich in der Kulturbotschaft 2021 – 2024 die Förderung der rätoromanischen Sprache und Kultur ausserhalb des rätoromanischen Sprachgebiets zu einer Priorität erklärt. Kinder und Jugendliche sollen auch in der Diaspora Zugang zu rätoromanischen Bildungsangeboten erhalten, abgewanderte Personen und ihre Familien sollen bei der Verwendung ihrer Sprache unterstützt und entsprechende Grundlagen zur Festigung, Erlernung und Nutzung der Sprache sollen gefördert werden. 

Fakten zur rätoromanischen Sprache

Wichtigkeit der Diaspora für die Erhaltung der rätoromanischen Sprache

Eine 2025 veröffentliche Studie zeigt, dass die Diaspora eine wichtige Rolle spielt, wenn es darum geht die Rätoromanische Sprache zu erhalten. Die Rätoromaninnen und Rätoromanen ausserhalb des Kerngebiets weisen grosses Potenzial auf.

Entscheidend für die Weitergabe des Rätoromanischen sei laut Studie vor allem, ob die Eltern zu Hause mit den Kindern Rätoromanisch sprechen. Am wirksamsten sei es, wenn beide Elternteile Rätoromanisch sprechen. Auch die sogenannten «New Speakers», also diejenigen, die Rätoromanisch erst später gelernt haben, spielen eine wichtige Rolle, obwohl sie oft sprachliche Barrieren haben. Denn sie helfen dabei, eine gewisse Nutzung des Rätoromanischs aufrechtzuerhalten.

In der Diaspora ist Rätoromanisch kaum ausserhalb der Familie präsent.
Autur: Zitat aus Studie «Die Rätoromanische Diaspora in der Deutschschweiz»

In der Diaspora sei es jedoch eine Herausforderung, die Sprache weiterzugeben, vor allem ausserhalb des Kantons Graubünden. Auch wenn zu Hause Rätoromanisch gesprochen wird, sei die Sprache ausserhalb der Familie kaum präsent. So fehle den Kindern oft ein sprachlicher Kontext und auch das Bewusstsein, dass Rätoromanisch nicht nur eine Familiensprache ist, sondern auch in anderen Kontexten verwendet wird. Und die Eltern könnten oft das Gefühl haben, dass sie nicht gut genug sind, um die Sprache weiterzugeben, wenn sie ausserhalb der Familie keinen Kontakt zu anderen Rätoromanen haben.

Insgesamt zeigt die Studie, dass eine stärkere Verankerung, Anpassung des Angebots, Unterstützung für Eltern und die Anerkennung von «New Speakers» als legitime Sprecher wichtige Bereiche darstellen, um die romanische Sprache zu fördern und an zukünftige Generationen weiterzugeben. Zudem bedarf es auch einer stärkeren Forschung aus der Sicht von Kindern, da diese als wichtigster Faktor für die Erhaltung der romanischen Sprache gelten.

RTR actualitad

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